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Textsorte: Analyse eines Sachtextes

Der Beitrag "Ältere Arbeitnehmer kommen nicht mehr vor" im Format Extra, Ausgabe 33/12, erschienen im August 2012, wurde von Christian Neuhold verfasst. Teile eines Interviews mit Alexia Fürnkranz-Prskawetz, TU Wien, werden in den Bericht mit eingebunden.

Der Autor vergleicht Österreich mit Schweden, deren Bevölkerungsstatistiken er behandelt und Österreich an den "Pranger" stellt. Beide Staaten zeigen eine ähnliche Entwicklung, bei der die immer älter werdende Bevölkerung auf eine niedrige Geburtenrate trifft. Christian Neuhold stellt Schweden als Musterland im Umgang mit diesem Problem vor, erklärt in einem zweiten Schritt die Einzelheiten und schließt mit den möglichen Folgen, sollte sich die Situation in Österreich nicht ändern.

Der Verfasser stellt durch die Aussagen von Fürnkranz-Prskawetz die Problematik Österreichs dar: "Es stehen weniger Ressourcen für jüngere Generationen zur Verfügung. Die Frühpensionierungen sind ein gesellschaftliches Problem. Ältere Arbeitnehmer kommen in Österreich nicht mehr vor." Fürnkranz-Prskawetz meint, bessere Unterstützung für Bildung und Kinderbetreuung begünstige auch eine höhere Geburtenrate. Der Autor führt an, dass der Erwerbsanteil der Frauen in Österreich verhältnismäßig gering ausfällt. Fürnkranz-Prskawetz warnt: "Markant ist der viel zu frühe Ausstieg von Frauen aus dem Erwerbsleben in Österreich, der in einem Alter erfolgt, indem die schwedische Erwerbsbevölkerung das höchste Pro-Kopf-Einkommen erwirtschaftet." Christian Neuhold fürchtet, dass durch die zu frühe Pensionierung Fördergelder für Bildungsinvestitionen fehlen und ist der Meinung, dass nachhaltig gesehen eine längere Erwerbstätigkeit die Zukunft sichert, wie es in Schweden bereits praktiziert wird. Die Schweden bleiben durchschnittlich 5 Jahre länger berufstätig als Österreicher.

Der Artikel ist zeitweise verwirrend geschrieben, da zu viel Information in einen Satz "gepackt" wird. Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor die Vergleiche übersichtlicher dargestellt hätte. Die Überschrift "Ältere Arbeitnehmer kommen nicht mehr vor" nennt erst durch die Zweitüberschrift "Trotz Überalterung blendet Österreich ältere Arbeitnehmer aus dem Erwerbsprozess aus. Schweden zeigt, wie ein Staat mit Überalterung umgehen sollte" den Kern des Textes. Das Foto eines älteren Arbeiters hat kaum Informationsgehalt, soll aber wohl die Überschrift verdeutlichen und den Leser zur weiteren Lektüre animieren.

Die grafische Umsetzung des Zahlenmaterials erfolgt in vier verschiedenen Informationsgrafiken, welche meiner Meinung nach nicht gelungen sind, es lässt nicht auf den ersten Blick erkennen, worum es geht. Eine einfachere, übersichtlichere grafische Darstellung wäre von Vorteil gewesen.

Christian Neuhold bringt jedoch zum Ausdruck, dass in Österreich umstrukturiert werden muss und zeigt mit dem Vergleich zu Schweden, dass eine Umsetzung möglich ist. Der Artikel soll wohl den Österreichern die Angst nehmen, länger im Berufsleben tätig zu sein. Dies wurde durch viele Argumente deutlich dargestellt.